Asunción: Warum mein Herz für die Altstadt schlägt (und nicht für die Shopping-Malls)

Hola desde Asuncion!

Ich melde mich heute aus einem Land, das auf der Landkarte vieler Digitaler Nomaden oft übersehen wird: Paraguay. Während alle nach Medellín oder Buenos Aires rennen, habe ich mich in der „Mutter der Städte“ – Asunción – niedergelassen.

Warum Mutter der Städte? – Aufklappen, wenn du mehr erfahren willst ↘️

Asunción wird „Madre de Ciudades“ (Mutter der Städte) genannt, weil sie in der Kolonialzeit Ausgangspunkt für die Gründung vieler weiterer Städte in Südamerika war.

Kurz erklärt:

  • Frühe Gründung: Asunción wurde 1537 gegründet und ist eine der ältesten europäischen Städte Südamerikas, die bis heute bestehen.
  • Zentrum der spanischen Kolonisation: Wegen ihrer günstigen Lage am Río Paraguay wurde sie schnell ein politisches, militärisches und wirtschaftliches Zentrum.
  • Ausgangspunkt für Expeditionen: Von Asunción aus zogen spanische Siedler und Entdecker los und gründeten zahlreiche andere Städte, u. a.:
    • Buenos Aires (Neugründung 1580)
    • Corrientes
    • Santa Cruz de la Sierra (heute Bolivien)
    • Villarrica und weitere Orte im heutigen Paraguay, Argentinien und Bolivien
  • Bevölkerungsquelle: Viele Bewohner dieser neuen Städte stammten ursprünglich aus Asunción.

Als Perpetual Traveler schätze ich hier vor allem die Gelassenheit, die steuerlichen Vorteile und die Tatsache, dass man hier noch ein echtes, ungeschöntes Südamerika erlebt. Asunción ist ein Ort der Kontraste: Koloniale Ruinen treffen auf gläserne Wolkenkratzer und das Chaos der Märkte auf absolute High-End-Gastronomie.

Hier ist mein Guide für dein Leben und Arbeiten in Asunción.


Der Charme des Verfalls: Die Altstadt (Microcentro)

Das historische Zentrum von Asunción ist speziell. Man muss den „Shabby Chic“ lieben. Zwischen bröckelnden Fassaden und prachtvollen Regierungsgebäuden pulsiert das alte Herz der Stadt. Es ist laut, es ist bunt, und es ist verdammt authentisch.

Ein absolutes Highlight für mich war die Iglesia de la Encarnación. Diese Kirche thront auf einem der Hügel der Stadt. Das Beste? Man kann (oft gegen eine kleine Spende) auf das Rooftop steigen. Von dort oben hast du einen der schönsten Überblicke über die gesamte Stadt – von den rostigen Dächern des Zentrums bis hinüber zum Rio Paraguay. Ein perfekter Ort, um kurz innezuhalten, bevor man sich wieder in das digitale Nomadentum stürzt.


Sundowner und Skyline-Vibes

Wenn die Hitze des Tages nachlässt, zieht es mich entweder ans Wasser oder nach ganz oben:

  • Playa de La Costanera: Die Uferpromenade ist der Treffpunkt der Stadt. Hier wird Sport getrieben, Mate getrunken und der Sonnenuntergang genossen. Ein echtes Unikat ist die schwimmende Bar (Los López Bar de Río) auf dem Fluss. Es gibt nichts Besseres, als mit einem kühlen Drink auf dem Rio Paraguay zu chillen, während die Skyline von Asunción langsam in goldenes Licht getaucht wird.
  • Negroni Downtown Skybar: Wer es etwas schicker mag, ist hier richtig. Die Negroni Skybar bietet erstklassige Cocktails und einen modernen Kontrast zum historischen Zentrum. Der Ausblick von hier oben ist phänomenal und erinnert einen daran, wie grün diese Stadt eigentlich ist.

Arbeiten & Lifestyle: Villa Morra, Recoleta und Del Sol

Während das Zentrum die Geschichte atmet, findet das moderne Leben der Expats und Nomaden in den Stadtteilen Villa Morra und Recoleta statt. Mein Alltag spielt sich allerdings nicht dort ab, ich liebe den oben beschriebenen Charme der historischen Altstadt.

Rund um das Del Sol Einkaufszentrum (und das benachbarte Paseo La Galería) fühlt man sich wie in einer anderen Welt. Hier stehen die modernen Glastürme, in denen sich Coworking-Spaces und klimatisierte Büros befinden.

Die Café-Kultur

Für uns Nomaden ist die Café-Dichte entscheidend. In Villa Morra und Recoleta, aber auch in der Altstadt, gibt es unzählige gemütliche Cafés mit stabilem WLAN:

  • Du findest hier alles vom klassischen paraguayischen „Café con Leche“ bis hin zu Starbucks-Coffee-Shops.
  • Die Gegend ist sicher, grün und extrem fußläufig – ein Luxus in einer Stadt, die sonst stark auf Autos setzt.

Mein Zuhause auf Zeit?

Viele Digitale Nomaden, die nach Asunción kommen, ziehen direkt in die glitzernden Glaspaläste von Villa Morra oder rund um das Del-Sol-Viertel. Ich habe mich bewusst dagegen entschieden. Mein Zuhause auf Zeit? Die Altstadt (Microcentro). Während andere den Komfort klimatisierter Malls suchen, brauche ich die Seele einer Stadt. Und genau die finde ich hier, zwischen kolonialem Erbe, Straßenkunst und dem echten paraguayischen Leben.

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Mate Tea Preparation

Warum die Altstadt? Authentizität statt Hochglanz

Ja, die Viertel um das Del Sol Einkaufszentrum, Villa Morra und Recoleta sind modern, schick und zweifellos das wirtschaftliche Herz der Stadt. Man kann dort wunderbar shoppen und in Designer-Cafés sitzen. Aber mir ist das oft zu austauschbar.

In der Altstadt von Asunción zu leben, bedeutet mit der Geschichte aufzuwachen. Es ist vielleicht nicht alles perfekt verputzt, aber es ist gemütlich und ehrlich. Hier habe ich meine festen Cafés, in denen ich keine Bestellung mehr aufgeben muss, sondern nur noch gefragt werde: „Dasselbe wie immer?“. Das sind die Momente, in denen ein Heimatgefühl entsteht und man sich wohlfühlt, egal wo man sich auf der Welt befindet.


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Roundview Rooftop Bar
Roundview Rooftop Church

Mein Fazit als Perpetual Traveler

Asunción ist kein Ort für „Sights-Hopping“. Es ist ein Ort zum Leben. Die Lebenshaltungskosten sind im mittleren Bereich, die Menschen sind unglaublich gastfreundlich, sobald man ein paar Brocken Spanisch oder Guarani spricht.

Wer die Mischung aus rauem lateinamerikanischem Charme im Zentrum und modernem Lifestyle in den Außenbezirken sucht, wird Asunción lieben.


Permanente Residenz & Cédula

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